Alle DMA-Begriffe einfach erklärt
Einfach erklärte Definitionen der Begriffe, die in einem DMA-Setup vorkommen: FPGA, DTB, MMAP, DNA ID, Donor, shadow config, FT601, CH347, EDID, Fuser und HID.
Kurze Antwort
Die DMA-Begriffe kommen aus der FPGA-Entwicklung: Das FPGA ist der Chip der Karte, die Firmware das Image, das darauf geflasht wird. Die DNA ID ist die Seriennummer dieses Chips, eine MMAP ist eine Datei mit dem Speicherlayout, und der DTB ist die Adresse der Page Tables, die die lesende Software finden muss. FT601 und CH347 sind die beiden USB-Brücken der Karte, und EDID ist die Bildschirmbeschreibung, die ein Fuser vortäuscht.
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Warum klingen die DMA-Begriffe so fremd?
Nichts an dieser Hardware wurde für Spiele entworfen: Eine DMA-Karte ist ein FPGA-Entwicklungsboard, und die Werkzeuge zum Flashen stammen aus der Elektronikentwicklung. Die Software für die Speicheranalyse geht auf forensische Werkzeuge zurück, und mit diesen Bauteilen kam auch ihr Vokabular. Deshalb wirkt der erste Aufbau schwieriger, als er ist: Die Schritte sind einfach, nur die Begriffe sind geliehen.
Wofür jedes Hardware-Teil da ist
Jedes physische Teil eines DMA-Setups hat genau eine Aufgabe, und die Tabelle unten führt sie alle auf. Nennt eine Support-Antwort ein Teil, das hier nicht steht, frag nach, wofür es gut ist, bevor du es kaufst.
| Begriff | Was es ist | Wo es sitzt |
|---|---|---|
| FPGA | Ein programmierbarer Chip — der große quadratische Baustein in der Mitte einer DMA-Karte. Seine Größenklasse (35T, 75T, 100T) sagt, wie viel Logik hineinpasst. | Auf der Karte |
| DMA-Karte | Eine PCIe- oder M.2-Platine rund um dieses FPGA. Sie liest den physischen Speicher und schickt ihn über USB weiter. | Spiele-PC |
| FT601 | Eine USB-3-Brücke von FTDI. Auf den meisten Karten ist das der Datenweg — der Port, über den der Zweit-PC liest. Braucht den FTDI-Treiber. | Auf der Karte |
| CH347 | Eine USB-zu-JTAG/SPI-Brücke von WCH. Auf den meisten Karten ist das der Flash-Weg — der Port, über den du die Firmware aufspielst. Braucht den CH347-Treiber. | Auf der Karte |
| Fuser | Eine kleine Box mit HDMI oder DisplayPort, die das Overlay des Zweit-PCs in das Videosignal des Spiele-PCs mischt, damit das ESP auf deinem Hauptmonitor landet. | Zwischen PC und Monitor |
| HID-Gerät | Alles, was sich dem Spiele-PC als USB-Maus oder -Tastatur ausgibt: KMBox, MAKCU, Teensy, Arduino. Genau das bewegt den Cursor. | Zwischen Maus und Spiele-PC |
| Zweit-PC | Ein eigener Windows-Rechner, auf dem die Cheat-Software läuft und der mit der Karte spricht. Wird auch Cheat-PC oder Reader-PC genannt. | Neben dem Spiele-PC |
Was die Software-Begriffe bedeuten
Vier dieser Begriffe tauchen in Fehlermeldungen auf. Drei der fünf häufigsten Support-Tickets kommen von jemandem, der einem davon zum ersten Mal begegnet.
| Begriff | Was es ist | Wann es dir begegnet |
|---|---|---|
| Firmware | Der Bitstream, der ins FPGA geflasht wird. Er entscheidet, welches PCIe-Gerät der Spiele-PC in seinem Slot zu sehen glaubt. | Bevor überhaupt irgendetwas funktioniert |
| DNA ID | Eine eindeutige Seriennummer, die fest im FPGA steckt. Individuelle Firmware wird für genau eine DNA ID gebaut, ein Image für die Karte eines anderen läuft auf deiner also nicht. | Beim Bestellen individueller Firmware |
| Donor / shadow config | Die Identität, die die Firmware vorgibt: Vendor ID, Device ID und Config Space einer echten PCIe-Karte. Eine Identität von der Stange fällt schneller auf als eine plausible. | Beim Lesen einer Firmware-Produktseite |
| DTB | Directory Table Base — der Registerwert der CPU, der auf die Page Tables des Windows-Kernels zeigt. Die Software muss ihn finden, bevor sie auch nur eine einzige Spieladresse auflösen kann. | "Unable to locate valid DTB" |
| MMAP | Eine Datei mit der Speicherkarte, die beschreibt, welche physischen Adressbereiche wirklich RAM sind. Sie verhindert, dass die Software Adressen abfragt, deren Zugriff den Rechner aufhängt. | Langsame Scans, fehlendes ESP, DTB-Fehler |
| EDID | Der Datenblock, mit dem sich ein Monitor bei der Signalquelle beschreibt. Ein Fuser muss einen überzeugenden EDID-Block liefern, sonst bleibt der Bildschirm schwarz. | Der Fuser gibt kein Bild aus |
Achtung
Warum Speicherlesen deine Maus nicht bewegen kann
Das Nützlichste, was du gleich zu Anfang verstehen solltest, ist der Unterschied zwischen Speicher lesen und Eingaben senden. Speicher lesen liefert Informationen — ein Radar, ESP-Boxen, eine Loot-Liste —, aber deine Maus bewegt es nicht. Dafür braucht es ein eigenes Gerät, das der Spiele-PC für eine echte USB-Maus hält. Verspricht eine Anzeige Aim-Hilfe, erwähnt aber mit keinem Wort ein Eingabegerät, ist das Setup unvollständig, und du kaufst am Ende zweimal.
Was neue Käufer zuerst fragen
Ist eine DMA-Karte dasselbe wie ein Cheat?
Nein. Eine DMA-Karte ist Hardware, die Speicher lesen kann, und für sich allein zeigt sie nichts an und tut im Spiel gar nichts. Erst muss Firmware darauf, sonst sieht der Spiele-PC sie überhaupt nicht. Dazu kommt auf dem Zweit-PC Software für das jeweilige Spiel, die aus rohem Speicher ein Radar oder ESP macht.
Brauche ich zwei Rechner?
Für DMA ja: Die Karte steckt im Spiele-PC, die Software läuft auf einem zweiten Windows-Rechner. Dieser zweite Rechner kann ein Mini-PC oder ein Notebook sein, und eine Grafikkarte braucht er nicht.
Was ändert die Größe des FPGA?
Die Größe entscheidet, wie viel Logik in die Firmware passt und wie viel Reserve die Karte beim Lesedurchsatz hat, in ein 100T passt also ein komplexeres Image als in ein 35T. Ein Maß für Unauffälligkeit ist sie nicht, und ein größeres FPGA ist nicht automatisch sicherer.
Warum muss Firmware für genau meine Karte gebaut werden?
Individuelle Firmware ist an die DNA ID des jeweiligen FPGA gebunden, und das Layout der Platine entscheidet zusätzlich, welche USB-Brücke und welchen Flash-Chip das Image ansteuern muss. Ein Image für eine andere Platine wird deshalb womöglich gar nicht erst erkannt oder lässt die Karte stumm zurück.
Ist irgendetwas davon nicht erkennbar?
Nein, und wer etwas anderes behauptet, will dir etwas verkaufen. Wandert der Cheat vom Spiele-PC herunter, verschwindet die lokale Software-Spur. Das PCIe-Gerät, der USB-Deskriptor des Eingabegeräts und dein Verhalten im Match bleiben aber. Das Risiko einer Erkennung hängt von der Qualität der Firmware, von der Konfiguration und davon ab, wie du spielst.
Quellen
Die Einträge zu FT601, CH347, DTB und MMAP stammen aus der eigenen Arbeit des Teams an der Werkbank, ebenso die Hinweise darauf, welche Begriffe am häufigsten in Support-Tickets auftauchen.
- 01AMD/Xilinx DS180, 7 Series FPGAs overview
die Größenklassen 35T, 75T und 100T und wie viel Logik jede davon fasst
docs.amd.com
- 02
- 03PCI configuration space overview (Wikipedia)
Vendor ID, Device ID und Config Space, die eine Donor-Identität kopiert
en.wikipedia.org
- 04VESA E-EDID standard, release A2
was ein EDID-Block ist und welche Daten ein Monitor an die Signalquelle schickt
glenwing.github.io
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Alle Anleitungen